19.11.09 Beim neu entwickelten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) will
Hersteller Areva zukünftig Softwaresysteme zum Einsatz bringen, die nicht den
erforderlichen Standards für sicherheitsrelevante Software bei Atomkraftwerken
entsprechen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Bewertung des
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Sicherheitsdesigns des EPR im Auftrag von Greenpeace.
Bei der Kombination zweier Systeme der Reaktorhersteller Areva und Siemens
kann sicherheitsrelevante Software im Ernstfall durch Software für den
Normalbetrieb gestört werden. Greenpeace fordert den sofortigen Stopp der
Arbeiten am Reaktortyp EPR. Dafür demonstrierten Aktivisten der
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Umweltschutzorganisation diese Woche mit einem Protestcamp auf Hoher See.
Die Grundprinzipien der Sicherheitstechnik bei Atomkraftwerken sehen eine
klare Trennung zwischen der Betriebsleittechnik für den normalen Betrieb und
der Sicherheitstechnik zum Schutz der Anlage vor Unfällen vor. Auch werden
verschiedene Sicherheitsebenen unterschieden. Eine höhere,
sicherheitstechnisch relevantere, darf nicht durch eine weniger
sicherheitsrelevante Ebene gestört werden.
Beim Bau des EPR-Prototypen Olkiluoto 3 hat es nach Angaben der finnischen
Atomaufsicht STUK schon mehr als 3000 Fehler gegeben. Dazu gehören
fehlerhafter Beton, unsachgemäße Schweißarbeiten am Containment und erhebliche
Mängel im Qualitätsmanagement. Mit der eigentlich für Mai 2009 vorgesehenen
Inbetriebnahme des Reaktors ist nach Angaben von Areva nicht vor 2012 zu
rechnen.
Mit einem dreitägigen Protestcamp an Bord des Frachters Happy Ranger haben
Greenpeace-Aktivisten für einen Baustopp in Olkiluoto demonstriert. Der
Frachter transportierte die Dampferzeuger für das Kraftwerk. Nachdem die Happy
Ranger am Mittwoch im finnischen Rauma angelegt hatte, verließen die
Aktivisten das Schiff.